Reisetagebuch 28.10.06 - 30.10.06
28.10.2006, Samstag
Abflug von Düsseldorf pünktlich morgens um 7.50 Uhr. Viele sehen müde aus , aber gleichzeitig gespannt auf das was da kommen möge. Die Umladung in Madrid funktioniert. Alle beisammen, die Reiseleitung atmet auf! Dann der Flug, ganz schön lange – 12 Stunden sitzen, einwenig pennen, eine Andere Reisegruppe beobachten, wie sie sich eine Flasche Whisky ergattert und leer putzt. Das Resultat kennt man ja.
Endlich da, auschecken – einchecken in den Bus, noch ein paar Euros tauschen, die nette Reiseleitung vor Ort begrüßen, ab geht’s ins Hotel.
Alle wollen zur Ruhe kommen, manche sind schon 2 Tage unterwegs. Das schlaucht und geht an die Nerven. Oh Schreck, dass Hotel ist überbucht, ist wohl so üblich , aber es nervt. Endlich, alle verstaut. Ab in die Wohlverdiente Heia oder vorher noch ein Happen um die Ecke essen und noch ein Bierchen?
29.10.2006, Sonntag
Aufstehen so gegen 9:00 Uhr.
Alle sind noch ein wenig Kaputt vom Tag davor und dann die Zeitumstellung, das muss erst mal verpackt sein.
Dann das Frühstück, viel Milch mit Kaffee, ist anders gebrannt der Kaffee. Erst mal dran gewöhnen. Das geht schnell oder....
Um 10.30 Uhr der erste kleine Rundgang in der näheren Umgebung. Nicht weit ist vom Hotel Parlamento, so heißt das Hotel, das Parlament und gehen bis zum „Büro“ der Mütter in weiß. Sehr beeidruckend und schon eine kurze Ansprache unserer Reiseleiter vor Ort (übrigens nette junge Menschen) über die junge Geschichte des Landes.
Danach stellen wir uns alle noch mal kurz vor und was wir von der Reise so erwarten: natürlich will jeder Land und Leute kennen lernen, aber der Urlaub soll auch nicht zu kurz kommen. Ein Spagat bei dem Programm?
Danach Ausflug nach San Telmo in die Altstadt. Zuvor warten auf den Bus. Und dann feststellen, dass ein anderer Bus kommt bzw. zwei kleine, der von gestern ist kaputt. Und warten sollte man einplanen, das Gefühl für die Zeit ist anders. Da sind wir sehr korrekt, aber nicht die einzigen auf der Welt...
Kurz nach San Telmo in die Altstadt: schöne alte Substanz, über den Markt und dann ab zum Mittagessen. Die große Kolonne von 33 bis 35 plus Reiseleitung muss erst mal verstaut sein. Schön anstrengend für alle, manch einem dauert es auch zu lang.
Nach dem vielen Essen zum Regierungssitz und die jüngsten Orte der Argentinischen Geschichte kennen lernen und auch bestaunen. Kaum zu glauben das so viele Menschen am Plaza de Mayo auf den Beinen waren 2001. Bei den Kämpfen hatte es 32 Tote gegeben, viele Demonstranten von Scharfschützen von den Dächern abgeknallt. Wir sehen einige privat errichtete Gedenksteine. Danach nach La Boca: ein altes Arbeiterviertel, dass allerdings in manchen Bereichen an St. Pauli erinnert. Allerdings, die Frauen mit den schönen Beinen beim Tangofoto nicht zu übersehen. Auch unser Reiseleiter Uwe muss sich ablichten lassen und die netten Beine halten. Das Hafenbecken ist regelrecht die Güllegrube, hier fließen die Abfälle von 5 Mio. Menschen entlang. Allerdings ist vorgesehen aus der Gegend ein Nobelviertel zu machen, mit Blick auf den Hafen, - für die Reichen!
Um 18.30 Uhr auf zum Stadion um die Ecke durch den Polizeikordon und sich filzen lassen. Wasser raus, darf nicht ins Stadion. Boca JRS gegen Argentinos JRS. Übrigens: der „Erwin“ von Schalke 04 aus Gelsenkirchen war auch dabei. Na ja Schalke wäre ja schon ein guter Gegner gewesen. Aber was solls.Das Spiel ist mäßig, dass Publikum sehr stimmungsvoll und immer eine Refrain auf den Lippen. Eine beeindruckendes Erlebnis.
Dann schnell zurück mit dem Bus zum Hotel und nichts wie in die Pofe. Ein Ereignisreicher Tag ist vorüber. Einige sind nicht mit zum Fußball gegangen. Sie treffen beim Bummeln auf eine peruanische Prozession. Ein regelrechtes Volksfest, bei dem auf Einkaufswagen improvisiert gegrillt wird.
30.10.2006, Montag
Morgens um 7.00 Uhr schon raus. Frühstücken! Um 9.30 Uhr reisefertig, aber der Bus noch nicht. Vor der Hoteltür Matetee trinken und so mancher verzieht das Gesicht! 10.00 Uhr der Bus ist da. Und was für einer. Ich glaube in Deutschland hätte der Probleme mit dem TÜV. Nun gut nichts wie rein und ab nach La Matanza zu einem Viertel das von Arbeitslosen 1984 selbstverwaltet aufgebaut wird.
Ankunft an der Schule und dem Kindergarten, der Näherei usw. Begrüßung durch ....
Es geht zum Krankenhaus. Ein kleines Steinhaus für umgerechnet 50000 Menschen mit allem drum und dran. Die Ambulanzwagen hat die CCC neu angeschafft und ist zu recht stolz darauf. Wir werden freundlich begrüßt trotzdem sind die Patienten ein wenig misstrauisch vor den vielen fremdem Leuten und den vielen Kameras. Sie sind stolz und das ist recht so. Erst mal muss das Eis brechen.
Bemerkenswert ist die hohe Sachkenntnis des leitenden Arztes der auch über weltweite Entwicklung bestens informiert ist und Vergleiche anstellt. Die Kindersterblichkeit liegt hier 5 mal höher als in Deutschland. Grund: mangelhafte Ernährung, schlechtes Wasser und die Umweltvergiftung durch die 3400 Betriebe die ihren Dreck einfach in den Rio de la Plata ablassen: Blei, Cadmium, alles was es an Giften so gibt. Angeblich will die Regierung was machen, aber....Das Eis bricht und wir singen ein Lied schauen uns noch die Räume an. Alle Achtung was diese Menschen in den letzten 20 Jahren erkämpft haben. Die Kinder aus der selbst organisierten und ehrenamtlich geführten Tanzschule führen in selbst genähten Kostümen ihre Tänze vor – beeindruckend. Die Menschen sind dort außerordentlich gastfreundlich und es entsteht in kurzer Zeit ein herzliches Verhältnis.


3 Comments:
Hallo "Tante" Lea und alle anderen Argentinien-Reisenden!! Hört sich nach viel Action und tollen neuen Eindrücken an... Uns hats "nur" nach Darmstadt verschlagen. Schöne Grüße von hier an alle! Sollen wir Dir SMS schreiben oder ist das zu teuer? Ganz viele liebe Grüße, Ute + Fritz
La Matanza ist schon sehr beeindruckend. Vor allem wie gut durchorganisiert die CCC ist und wie die Menschen versuchen das karge Leben besser zu gestalten. Die CCC betreibt auch einen Kindergarten in dem allerdings Spielzeuge fehlen. Man kann den Kindern dort für ganz wenige Euros eine Riesenfreude machen, indem man zB kleine Plüschtiere etc als Geschenk mitnimmt. Im Kaufland usw gibt es sowas en mas für wirlich wenig Geld.Vielleicht können sich auch einige zusammentun und einen LEGO-Baukasten stiften ...
Überhaupt sind Souveniers aus Europa sehr gefragt. Geignet sind zB Fotos von zu Hause, Postkarten , Kalender und natürlich Aufkleber , Vielleicht T-shirts , Buttons ... Die Herzlichkeit der einfachen,-aber stolzen Menschen dort ist echt wunderbar. Auch die Frauen in der dunklen Küche freuen sich über Kleinigkeiten. Ein kleiner Bildkalender aus der Sächsischen Schweiz hat mir die tollsten Umarmungen beschehrt. Hey Männer , -ist das nicht was?
La Matanza ist schon sehr beeindruckend. Vor allem wie gut durchorganisiert die CCC ist und wie die Menschen versuchen das karge Leben besser zu gestalten. Die CCC betreibt auch einen Kindergarten in dem allerdings Spielzeuge fehlen. Man kann den Kindern dort für ganz wenige Euros eine Riesenfreude machen, indem man zB kleine Plüschtiere etc als Geschenk mitnimmt. Im Kaufland usw gibt es sowas en mas für wirlich wenig Geld.Vielleicht können sich auch einige zusammentun und einen LEGO-Baukasten stiften ...
Überhaupt sind Souveniers aus Europa sehr gefragt. Geignet sind zB Fotos von zu Hause, Postkarten , Kalender und natürlich Aufkleber , Vielleicht T-shirts , Buttons ... Die Herzlichkeit der einfachen,-aber stolzen Menschen dort ist echt wunderbar. Auch die Frauen in der dunklen Küche freuen sich über Kleinigkeiten. Ein kleiner Bildkalender aus der Sächsischen Schweiz hat mir die tollsten Umarmungen beschehrt. Hey Männer , -ist das nicht was?
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