Reisetagebuch 31.10.06
Der Tag heute stand uns (fast) zur freien Verfügung. Um 10 Uhr mussten wir die Zimmer räumen, das Gepäck musste in drei Zimmern vom Hotel verstaut werden. So konnten wir den freien Tag in Buenos Aires ohne Gepäck erkunden. Die Gruppe teilte sich dann in verschiedene Einzelgruppen auf, die zwei größten waren (a) die Kulturgruppe und (b) die Hafengruppe. Ich war in der Hafengruppe. Wir sind 5/6 Blocks gelaufen (1 Block = 126 Meter lang), auf den Weg zum Hafen gibt es zwar viele Banken, aber es war nicht einfach Euro-Bargeld in Pesos zu tauschen. Ich empfehle jeden mit der EC Karte zu reisen und nicht viel Bargeld (Euro oder Pesos) mit sich zu führen. Der Hafen wurde frisch restauriert. Uns kam die Promenade so vor, als ob wir im Centro in Oberhausen wären. Dort war ein (teures) Restaurant neben dem anderen. Wir haben uns dann in ein Coffee Shop (ähnlich wie Starbucks) gesetzt und haben leckeren Kaffee und (teilweise) Kuchen & Creps gegessen. Nach der kleinen Stärkung und der Besichtung der Hafenbecken haben wir uns auf den Weg in Richtung Park gemacht. Vorbei an großen Konzernen wie „Microsoft“, „Sun“ und „Telefonica“ liegt der Park hinter dem Hafen, quasi direkt am Meer. Dies ist ein Nationalpark und wunder, wunderschön. Er ist sehr groß und hat tolle blühende Bäume. Der Park wird von den Einwohnern zu 80% als Sportanlage genutzt, es wurde gejoggt, gewalkt, geradelt uvm. Uns fiel erst nach einiger Zeit auf, dass hier kein Autolärm ist. Es war eine sehr entspannende Ruhe – im Gegensatz zum hektischen Stadtleben. Was uns dafür um so mehr auffiel waren kleine aber fiese Steckmücken. Die haben bei uns dicke Beulen hinterlassen. Kaum aus dem Park raus, gab es keine Natur & Mücken mehr. Wir sind dann mit der U-Bahn bis zum Congres gefahren, einer der ältesten U-Bahnen überhaupt. Das U-Bahnfahren kostet 0,70 Pesos, por Person. Es gibt keine Tages- und/oder Monatstickets. Anschließend gab es noch, wie so oft, eine Pizza.Gruppe A: die Kulturgruppe....
Einen Tag auf eigene Faust. Es war ein guter Rhythmuswechsel und es machte Spaß, die Stadt selbständig zu erkunden. Angefangen bei dem Bus: welche Nummer, wie werde ich die 8o Cents los (o,2o Euro!!),wo steige ich aus? Die freundlichen Argentinier nahmen unsere Orientierungslosigkeit, mit der wir den Betrieb blockierten, mit Gelassenheit auf. Geplant war ein Muesumsbesuch. “Tuesdays closed“ So what? Wir entdeckten den Stadtteil Recoleta. Recoleta ist das Viertel, in dem die „portenos“ (die Einwohner von Buones Aires) wohnen, die „gut gebettet“ sind. Schöne Häuser, auch hier Hochhäuser in interessanten Formvariationen. Aber es fehlen die Häuser, den man ansieht, dass es kein Geld für ihre Entstandhaltung gibt. Für ganz BA fiel uns eine typische Mischung in der Architektur auf: schöne Häuser, verfallene Häuser, Hochhäuser, niedrige Häuser, eine unglaubliche Vielfalt an Formen. In den Häuserschluchten von Recoleta wirken die Straßen grün, manche Bäume wachsen vier Stockwerke hoch. Die Straßen sind belebt, gut gekleidete Leute flanieren oder eilen an eleganten Geschäften vorbei.
Viele Parks gibt es in Recoleta wie die Architektur auflockern. Das subtropische Klima lässt Bäume in faszinierende Größe und Formen wachsen. In den Park herrscht Leben: dort studieren Leute, treiben Gruppen ihr Sport und für uns besonders amüsant gibt es die „Dogwalkers“: Wohlhabenden lassen ihre Hunde ausführen, Leute, die ein Job suchen führen ganze Hundegruppen aus, bis zu 10 Hunden an einer Hand.
Ein weiterer interessanter Punkt in Recoleta: der Friedhof von San Pilar. Ein Ort, an dem man sich seiner Sterblichkeit durch äußerst prunkvolle Monomentalgräber zu entziehen sucht. Das Grabmonument von Evita Peron ist leicht zu finden: Blumen am Gitter und viele Menschen davor. Der heutiger Tag war eine hochinteressante Entdeckung eines neuen Aspektes der Stadt – im großen Kontrast zu La Mantanza.Treffpunkt im Hotel war 17 Uhr – zur Abfahrt zum Flughafen. Natürlich kam der Bus zu spät. Wir hatten uns schon alle den Plan B ausgemalt, dass wir auf der Strasse schlafen werden, weil wir den Flieger verpassen. Aber, dann kam der Bus und wir waren RuckZuck am Inlandsflughafen. Dort haben wir ca. 1 Stunde am Check In angestanden, endlich alle eingecheckt, ging es in den Sicherheitsbereich. Dann die Nachricht, unser Flieger hat 1 Stunde Verspätung ... alle Hektik um sonst. Die nehmen es nicht so genau mit den Zeiten hier. Dann aber endlich in Salta angekommen, sind wir nur noch glücklich im schönen Hotel „....“ angekommen und schnell eingeschlafen. Es war ein schöner Tag!


1 Comments:
Anmerkung: Der schön sauber ausgebaute Hafen ist "nur" der Jachthafen, auch wenn da für die Leute aus den Nobelhotels teilweise recht grosse Passagierschiffchen liegen. Für mich faszinierend mit einem Hauch Piratenromantik die beiden 3-mastigen Segelschiffe englischer Bauart. Der eigentliche Wirtschaftshafen liegt weiter östlich.
Im übrigen ist das NICHT am Meer sondern am Rio de la Plata,der dort 46 km breit und mit Hochseeschiffen befahrbar ist und bis zum Horizont reicht.( leicht zu erkennen am braunen Wasser und an der zu schwachen Brandung ) Hinter dem Horizont ist Uruguay. Bis zum Meer hättet Ihr noch gut 5 std. Bus fahren müssen.Im Naturpark kann man einiges sehen , wenn man mit offenen Augen geht. Leguane , Greifvögel, brütende Wasservögel, Passionsblüten und deren eierpflaumenfarbige Früchte, baumgrosse Rizinuspflanzen, strauchgrosse Wandelröschen, 2m hohe Strohblumen und und... Autan ist nutzlos, ein wenig Eukalyptusöl aus dem Supermarkt zusammen mit der Sonnenmilch aufgetragen ist dagegen ziemlich sicher, aber so schlimm waren die Mücken ja nun auch wieder nicht.
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