06 November 2006

Reisetagebuch 1.11.06

Vormittags besichtigen wir mit dem Bus die Stadt Salta, mit 600.000 Einwohnern größer als wir erwartet hatten. Denkmäler zeugen vom erfolgreichen Widerstand der Gauchos gegen die spanischen Eroberer Anfang des 19. Jahrhunderts. Der Kontrast zwischen der Armut des größten Teils der Bevölkerung und reichen privaten Herrschaftshäusern im Kolonialstil, nicht zu vergessen die prunkvollen Bauten der katholischen Kirche, prallen aufeinander.
Nach zwei Stunden geht es weiter Richtung Anden – eine so vielseitige Natur mit 14 Klimazonen, dass man sie gar nicht beschreiben kann – man muss sie erleben.
Wir durchkreuzen ein Dschungelgebiet, das von hier über den Amazonas bis Venezuela reicht und große Bedeutung für das Weltklima hat. Auch hier kann nur mit Kampf gegen geplante Rodungen vorgegangen werden. Die Bauern können nur überleben, wenn sie sich in Kooperativen zusammenschließen.
Mittagessen mit Sandwiches im abgelegenen Alemania, wo früher die Eisenbahnstrecke endete, heute reicht sie nicht einmal mehr hierher. Schüler der nahegelegenen Schule spielten Fußball. Auch sie kannten Ballack.
Unser Reiseführer Sergio weist uns auf weiß gefärbte Steine hin, die für Goldvorkommen stehen. Im Bus kam Goldgräberstimmung auf.
An verschiedenen touristischen Highlights steigen wir aus, schießen Hunderte von Fotos, z.B. an der „Garganta del Diablo“, der „Teufelskehle“. Am Amphitheater testen wir die besondere Akustik aufgrund der thermischen Windverhältnisse in der Schlucht mit dem Lied „Marmor, Stein und Eisen bricht...“
Der Bus kam selten pünktlich weiter, weil vor allem die Frauen an den Kunsthandwerkständen mit Kettchen und Döschen für die Kettchen hängen blieben.

In der Schlucht „Valles Calchaquies“ begeisterte die Vielfalt der Felsen. Es gab von den Gletschern der Eiszeit scharfkantige Felsen, direkt daneben von der Witterung rundgeschliffene Bergformationen und von Erdbeben gezeichnete Berge.
Im Tal vereinzelt arme Bauern mit ein paar Pferden und Ziegen, selten Rindviecher, erst am Talausgang bei Cafayate große künstlich bewässerte Weingüter.
Nach einer fachlichen Führung auf dem Weingut „Vasija Secreta“ über die Herstellung des Weines in dem Gebiet kosteten wir auch die leckeren Tropfen.
Der Abend klang aus mit Shopping und Abendessen. Wir hören, dass in Oberhausen der erste Schnee fiel. Wir haben eher das Problem, genug Sonnenmilch aufzutragen.