Reisetagebuch 4.11.06
Nach tollem Frühstück mit wie überall hier leckerem Milchkaffee „café con leche“, Orangensaft, Obst, Cornflakes, Vollkorntoast, den unvermeidlichen süßen Hörnchen „media lunas“ verlassen wir gut ausgeschlafen Salta. Es wird vom nächtlichen Besuch einer Musikkneipe berichtet und eine frisch erworbene CD des Sängers mit sagenhafter Stimme vorgespielt. Herzschmerz pur – nicht jedermanns Geschmack, bei den Argentiniern aber sehr beliebt.
Daheimgebliebene können jetzt auch Postkarten erwarten – die Post war offen, keine endlose Schlange und es gibt sogar richtige Briefmarken statt nach Bedarf gestempelte Kleber, die auch sehr schwer zu erhalten sind. Hoffentlich finden wir auch die Briefkästen, die fast nur vor der Post stehen und wie blaue Mülleimer aussehen.
Erstmalig erhalten wir im Bus eine kurze Nachrichtenübersicht aus der aktuellen Zeitung – Radio Jujuy – der Wetterbericht entfällt dabei, es regnet noch leicht. Aber Oscar, unser Busfahrer, hat die Wette gegen Uwe gewonnen: später kommt die Sonne raus.
Wir fahren durch ausgedehnten Großgrundbesitz der kleinen Provinz Jujuy. Hier arbeiten vor allem Wanderarbeiter, die „colendrinas“, nach dem spanischen Wort „Schwalbe“. Sie arbeiten 10 bis 12 Stunden täglich, 6 Tage die Woche für etwa 100 Euro. Das kleine, für die ganze Familie vom Großgrundbesitzer gemietete Häuschen kostet etwa 30 Euro. Kinder arbeiten ab 14, 15 Jahren mit. Der Durchschnittslohn für ganz Argentinien liegt bei etwa 190 bis 200 Euro. Das ist für eine Familie gleichzeitig das Existenzminimum.
In Purmamarca erwarteten uns wieder bunte Teppiche, Taschen, und allerlei Kunsthandwerk auf einem ausgedehnten Marktplatz. Nach einem kleinen Essen mit typischen, in Maisblätter gewickelten verschiedenartigen Klößen genießen wir einen ausgedehnten Spaziergang in die bunten Berge, in die sich kleine grüne Siedlungen mit lehmroten Häuschen malerisch einbetten.
Über die „Ruta Jujuy“ und einen Pass von 4170m erreichen wir nach unzähligen Serpentinen den Salzsee „Salinas“ vulkanischen Ursprungs. Arbeiter erzählen uns, dass dieses Salz vor allem für Salzsteine für das Vieh verkauft wird. Sie zeigen uns Figuren, Gefäße und ganze Sitzecken, die aus diesen Salzsteinen gefertigt sind. Wir berichten von den Kollegen in Bischofferode und verabschieden uns mit dem Sonnenuntergang herzlich von ihnen.Erst spät erreichen wir unser wunderschönes Naturhotel in Tilcara. Der Tag war wunderschön, aber der zeitliche Ablauf geriet ziemlich stark aus den Fugen. Zuerst dauerte das Mittagessen doppelt so lange wie geplant. Unsere argentinischen Führer hatten morgens sogar vorgeschlagen, abends noch ein Rockkonzert zu besuchen! Schade, das war nicht mehr drin.
Zweimal über 4000 Meter hoch zu fahren, war sehr anstrengend. Zwei Tage hintereinander ist das wie Hochleistungssport. Wir gingen von einer entspannten, kürzeren Busfahrt aus – diese Hochgebirgsfahrt war dennoch sehr beeindruckend, vor allem zurück im Mondschein! Noch mal ein dickes Lob für unseren Busfahrer Oscar! In Tilcara gingen wir kurz vor Mitternacht noch eine Kleinigkeit essen und erlebten dabei wieder wunderbare Musik mit Gitarre, Gesang und Flöten.


3 Comments:
Viele Gruesse nach Argentinien! Wir verfolgen eure Reise mit Spannung und genießen jeden einzelnen Tag mit euch! Hier ist es auch nicht ohne, das werdet ihr sicher aus den rf-news erfahren.
Besondere Gruesse an Gisi aus BaWü!
W+C aus GE
nqewugglAus Recklinghausen wünsche ich unbekannter Weise einen denkwürdigen Reiseverlauf. Vielleicht sollte man vermerken, daß diese Reisen nur möglich sind, durch die kapitalistisch organisierten Reisetechniken, . . .
Aus Recklinghausen wünsche ich unbekannter Weise einen denkwürdigen Reiseverlauf. Vielleicht sollte man vermerken, daß diese Reisen nur möglich sind, durch die kapitalistisch organisierten Reisetechniken, . . .
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