09 November 2006

Reisetagebuch 05.11.06

Ausschlafen in Tilcara auf ca. 2.500 m Hoehe mit Dorfrundgang. Das Hotel war wunderschön in örtlicher Bauweise durchgestaltet: Bruchsteinmauern, Dach aus Bambus beschichtet mit Lehm und Gras, ein- bis zweistöckig mit vielen Innenhöfen. Der nächste Ort Humahuaca liegt schon nahe an der Grenze zu Bolivien auf fast 3.000 m.

Die Quebrada liegt insgesamt noch im tropischen Gürtel, Jujuy im subtropischen, mit viel Zuckerrohr- und Tabakanbau. In der Provinz gibt es auch ein Stahlwerk mit 16.000 Beschäftigten. Humahuaca hat ein Denkmal für den Widerstand der Indios gegen die Spanischen Eroberer mit einer imposanten Freitreppe. In der Reiselektüre wird das als völlig überdimensioniert abgetan, was aber überhaupt nicht zutrifft.

Auf der Rückfahrt nach Jujuy berichtete Rafael, warum das Kupferbergwerk in San Antonio des los Cobres auf 4.000 m Höhe geschlossen wurde, an dem wir am 3.11.06 vorbei gefahren waren. Die Berge enthalten Wasseradern, die durch vulkanische Aktivitäten unter besonders hohem Druck stehen und teilweise heiß sind. 1986 bohrten Arbeiter eine Wasserader an. Es kam zu einer Katastrophe mit vielen Toten. Das führte zu politischen Unruhen unter der Bevölkerung. Die Minengesellschaft traut sich bis heute nicht, die Produktion wieder aufzunehmen aus Angst vor erneuten Protesten. Es gibt eine wachsende Umweltbewegung in Argentinien, die aber offenbar noch nicht so verbunden ist mit der Arbeiterbewegung.

Auch in Bezug auf die Minen, wo durch die Auswaschung der Erze das Wasser und die Landwirtschaft zerstört wird. Dem müssen wir noch weiter nachgehen. In einem Laden für Kunsthandwerk sprach uns der Besitzer auf Deutschland an: Aha Mundial! Noch immer und ueberall ein Thema und fast alle Argentinier haben es noch nicht verdaut, im Elferschiessen gegen Deutschland ausgeschieden zu sein. Der Mann war international gut informiert und erzählte, dass hier viele Leute aus Uruguay, Bolivien und Peru arbeiten bei 14.16 Stunden pro Tag und 15 Pesos. Er wollte auch wissen, wie es mit der Mauer und der Wiederveinigung ist.

1 Comments:

Anonymous Anonym said...

Tilcara hat einen sehr schönen botanischen Garten . Ausserdem ein am Berg liegendes indianisches Siedlungsgebiet aus der Zeit vor der spanischen Eroberung mit gut restaurierten Hütten und Wällen. Interessanter Weise gab es schon frühe " Sanitäranlagen " und die Toten wurden in den Innenhöfen bestattet. Tilcara ist auch eine Fundgrube für Soueniers

23/11/06 16:21  

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