14 November 2006

Reisetagebuch Iguazu 11.11.06 und 12.11.06

11.11.06
Auf dem Weg zu den Wasserfällen von Iguazu

Ein leichtes Licht zur Rechten durchbricht meinen Tiefschlaf zum ersten Mal an diesem Morgen. Es ist 10 nach fünf und der Horizont wird angestrahlt von der noch nicht aufgegangenen Sonne – ein gigantischer Anblick. Sieben Stunden im Liegebus geschlafen, fast wie im Bett. Die Landschaft wechselt von Viehweiden mit einzelnen Bäumen, zu größeren Flächen mit Urwald, dazwischen Anbau von Matefeldern und größere Flächen von schnurgerade angeordneten Kieferwäldern. Alles grün in grün und immer wieder durchbrochen von der roten Erde in Gruben oder auf Straßen in der Nähe von kleinen Dörfern. Mit den Lichtspielen der aufgehenden Sonne ist dies schon ein Erlebnis. Und es hat sich gelohnt so früh aufgeweckt zu werden von der Mutter Natur.

Wie wir von einem Einheimischen erfuhren, haben die Kieferwälder den einzigen Sinn, die drei umliegenden Papierfabriken zu beliefern. Eine Demonstration mit einem kurzen Stop des Busses hatte neben den Landlosen das Anliegen gegen die Umweltzerstörung zu protestieren. Kein Arbeitsschutz für die Beschäftigten in den Papierfabriken, Belastung Luft in der gesamten Region, die Düngung des Bodens mit toxischen Chemikalien für die Wiederaufforstung des Bodens und die Vergiftung der Flüsse macht die Menschen hier krank, auch mit erhöhten Krebsraten. Wir erfuhren: es ist eine Umweltbewegung der kleinen Leute mit wenig Geld, die aber größer ist als die Demonstration selber. Wir wünschen unserem Informanten noch viel Erfolg im Kampf für die Erhaltung der Natur.
Mittags kommen wir in einem romantischen Hotel mit schattigen Innenhöfen und einem Schwimmbad an. Alle sind ge- und entspannt.

Nach der Siesta gingen wir zum 3 Ländereck Argentinien, Brasilien und Paraquay und bestaunen die breiten Flüsse.



12.11.06
Ein Tag im Nationalpark Iguazu

Heute fuhren wir um 8.30 Uhr zum Unesco Weltkulturerbe der Wasserfälle von Iguazu (argentinischer Teil). Wir verbrachten den ganzen Tag dort und es hat sich richtig gelohnt: ein riesiges Gebiet mit grandiosen Wasserfällen, den größten der Welt. Kilometerlange Wandersteige führen durch den tropischen Urwald – so kommen wir nah an die Wasserfälle. Der Wind trägt den Sprühregen der Wasserfälle bis zu uns, eine willkommene Abkühlung. Das Sonnenlicht zaubert immer wieder einen herrlichen Regenbogen in die Schluchten. Wir sind begeistert und mit uns viele, viele andere Besucher. Am Nachmittag fahren wir mit einem Bähnchen in die Nähe der Garaganta del Diablo (Teufelsschlucht). Dieser gigantische Wasserfall ist der Höhepunkt unserer Tagestour. Das Naturschauspiel sucht seinesgleichen.

Eine leichte Brise belebt uns, vereinzelte Wolken spenden Schatten. Rechts und links der Wandersteige wuchern Pflanzen, die so manch einer von uns als ‚Kümmerling’ im Wohnzimmer stehen hat. Hier gedeihen sie prächtig und fühlen sich wohl. Ein Tapir, Leguane und Nasenbären kreuzen unseren Weg. Schmetterlinge – groß und farbenprächtig – tanzen durch die Luft. Auf den Puma warten wir vergeblich. Auf dem Weg zum Bus sehen wir noch Kunsthandwerkstände der Guarani, für die wir leider keine Zeit mehr hatten. Müde und manche etwas nass kommen wir zum Bus zurück und sind gegen 18 Uhr wieder im Hotel Los Helechos.